Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

Crank - High Voltage

Erinnert ihr euch noch an Crank, den Actionfilm, in dem Jason Statham einen Typen spielt, der nach einer Vergiftung kein Adrenalin mehr produzieren kann, bald sterben wird, aber noch unbedingt seine Mörder umbringen will? Jetzt gibt es einen zweiten Teil und ganz ehrlich: wenn das nicht das durchgeknallteste Stück Hollywood ist, das ihr in diesem Jahr sehen werdet, weiß ich auch nicht weiter.

Der Trailer sieht zwar vielversprechend aus, wird dem Film aber nicht im geringsten gerecht. In irrsinniger Geschwindigkeit wechseln sich Schießereien, Schlägereien, Schießereien, in denen geschlagen wird, Schlägereien, in denen geschossen wird, Gemetzel, Autounfälle, krankes Zeug und wildeste Beleidigungen ab. Hier kriegen alle ihr Fett weg, ob Weiße, Schwarze, Asiaten, Latinos, Frauen oder Kranke. Crank 2 ist die Antithese der politischen Korrektheit und all dem, was man im Lexikon unter der Überschrift “Realismus” findet. Chelios überlebt Dinge, bei denen selbst Superman nervös werden würde und kämpft sich dabei durch eine Story, die etwas für Leute ist, denen die Handlung eines Langnese-Werbespots zu kompliziert ist.

Aber wisst ihr was? Das ist egal. Bei einer Achterbahnfahrt muss man das Gehirn auch nicht einschalten, trotzdem macht sie Spaß. Diese spezielle Achterbahn strotzt dabei vor visuellen Einfällen und Überraschungen, die den Zuschauer teilweise sprachlos zurücklassen. Da wird mitten in der Handlung ein Talkshow-Ausschnitt gezeigt, es gibt eine Videospielsequenz und andere Einschübe, die fast schon Monty-Python-ähnlichen Charakter haben.

Jason Statham ist wie immer toll, in einer wichtigen Nebenrolle kann man David Carradine unter Tonnen von Make-up suchen und viele Personen aus dem ersten Teil tauchen wieder auf - mit teils interessanten Erklärungen.

Etwas Wahnsinnigeres und Schnelleres als Crank 2 muss man lange suchen, also wenn ihr zufällig vergiftet worden seid und kein Adrenalin mehr produzieren könnt, seht ihn euch an. Dann lebt ihr 90 Minuten länger.

Ach ja, für Trekkies gibt es noch John de Lancie als zynischen Nachrichtensprecher zu sehen.