Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

The Baytown Outlaws

Die folgende Kritik ist auch auf SFR erschienen.

Endlich mal ein guter Film, der auch noch Spaß macht und eine Weltpremiere ist. Regisseur Barry Battles (dessen IMDB-Foto übrigens aussieht, als hätte er es selbst mit der Handykamera geschossen) erzählt die Geschichte dreier Brüder in den Südstaaten, die ihr Geld damit verdienen, andere umzubringen. Dass sie dabei gleichzeitig dem örtlichen Sheriff unter die Arme greifen, erleichtert ihr Leben deutlich.

Aber sie wollen nicht immer nur die Drecksarbeit machen, also nehmen sie den Auftrag einer Frau an, ihren Patensohn aus den Händen eines Gangsters (Billy Bob Thornton) zu befreien. Das läuft nicht so, wie sich die Jungs das vorgestellt haben.

Im Trailer heißt der Film noch The Baytown Disco, aber Universal haben ihn mittlerweile umbenannt. Egal, wie man ihn bezeichnet, The Baytown Outlaws macht einfach Spaß. Das liegt vor allem an den drei Brüdern, die so sympathisch wirken, dass man ihnen die eine oder andere Gewaltorgie gern verzeiht.

Billy Bob Thornton spielt den Drogenboss, dem sie auf die Füße treten, mit sichtlichem Vergnügen, aber das Highlight des Films sind die zunehmend absurderen Killerkommandos, die er auf die Brüder hetzt.

The Baytown Outlaws geht im letzten Viertel ein wenig die Puste aus, vor allem in den ruhigen Momenten merkt man, dass dem Regisseur das Fingerspitzengefühl für solche Szenen fehlt. Insgesamt ist ihm jedoch ein Tarantino-artiger Film mit viel Gewalt, dem dazu passenden Humor und einigen skurrilen Charakteren gelungen. Nach dem Schrott, den ich mir in den letzten Tagen teilweise ansehen musste, war ein solcher Festivalabschluss dringend nötig.

4/5