Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

The Pact

Die folgende Kritik ist auch auf SFR erschienen.

Annie (Caity Lotz) kehrt zur Beerdigung ihrer Mutter in ihr Elternhaus zurück und bemerkt schnell, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht.

Mehr als man im Trailer sieht, muss man über The Pact nicht wissen, außer vielleicht, dass Casper Van Diens Rolle wesentlich kleiner ist als erwartet. Aber im Zentrum des Films steht eh Caity Lotz, die Annie mit einer bemerkenswerten Mischung aus Härte und Verletzlichkeit spielt und den Film über weite Strecken trägt.

The Pact erweist dem Zuschauer einen großen Gefallen, denn er langweilt nicht mit Anfangsgeplänkel im Stil von “Mary, wer hat die Milchtüte auf den Boden geworfen?”, sondern kommt direkt zur Sache. Das klaustrophobisch enge Haus mit seinen hässlichen Tapeten und christlicher Symbolik wird innerhalb der ersten Minuten zu einem Charakter, der Annie zuerst verunsichert und schließlich terrorisiert.

Der Spannungsaufbau funktioniert. Regisseur Nicholas McCarthy, der hier seinen ersten Kinofilm vorstellt, weiß offensichtlich, was er tut. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass The Pact das Genre des Spukhausfilms nicht gerade neu erfindet. Es werden die üblichen Klischees abgehakt, inklusive eines blinden Mediums, das den Erklärbär mimt. Es gibt ein Geheimnis, das Annie ergründen und einen Feind, dem sie sich stellen muss.

Der Horroraspekt besteht hauptsächlich aus sich langsam aufbauenden Sequenzen, die in Schrecksekunden enden. Kennt ihr das Gefühl, über einen billigen Teppich zu laufen? Man weiß genau, dass man gleich, wenn man etwas anfasst, eine gewischt bekommt, aber man weiß nicht, wann es passieren wird. So funktioniert diese Art Horror.

Zum Glück erspart uns McCarthy die Katze, die plötzlich ins Bild springt und den Geist im Badezimmerspiegel, was wiederum für ihn spricht.

Als Fazit kann man sagen, dass The Pact ein effektiver kleiner Horrorfilm ist, wenig originell, aber auch keine Verschwendung von Lebenszeit. Und das ist leider mehr, als man von vielen anderen Filmen auf diesem Festival sagen kann, deshalb

3/5