Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

The Tournament - Achtung

Na also, es geht doch. Nach dem schwachen Eröffnungsfilm Carriers legt das Fantasy-Filmfest mit The Tournament deutlich zu. Zur Handlung: es geht um einen Wettbewerb zwischen Profikillern, der alle sieben Jahre in einer nichtsahnenden Stadt abgehalten wird. Die Verlierer sterben, der Gewinner streicht 10 Millionen Dollar ein. Beobachtet wird das Ganze von johlenden Multimillionären, die auf den Gewinner Wetten abschließen. Als jedoch ein Priester in den Wettbewerb gerät, ändert sich alles.

The Tournament ist ein Film, den man auch im Wachkoma noch verstehen könnte, und das liegt nicht nur an der Lautstärke, sondern auch an einer extrem einfach gestrickten Handlung und Charakteren, die so hohl sind, dass sie mit einem Ballon um den Hals wahrscheinlich wie eine Rakete in die Stratosphäre schießen würden.

Der Film präsentiert sich als eine Mischung aus The Most Dangerous Game und einem durchschnittlichen Konsolen-Prügelspiel. Es wird fast ununterbrochen geballert, geprügelt und geflucht. Autos explodieren, Menschen explodieren, Körperteile fliegen, Unschuldige werden mit der gleichen naiven Freude umgehauen wie Gegner. Die Schauspieler, allen voran Ving Rhames, Robert Carlyle und Ian Somerhalder, verzichten passenderweise auf jeden auch noch so kleinen subtilen Moment und zeigen uns stattdessen, was echtes Overacting bedeutet.

Im Saal wurde jeder kreative Mord (und wie immer auch jeder Kopfschuss) übrigens mit Applaus begrüßt, was beweist, dass man den Geist des Films verstanden hatte. Neunzig Minuten auf die Fresse, dann geht man nach Hause und lebt weiter, ohne je wieder an The Tournament zu denken. Dass der Film das weiß und nicht versucht, mehr zu sein, macht ihn so sympathisch.

Großes Kino ist er sicherlich nicht, das Genre erfindet er auch nicht neu, aber Spaß macht er, und das reicht mir zumindest völlig.