Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

To Kako

Das Ursprungsland des heutigen Beitrags ist zwar schon ausgeschieden, aber das soll uns nicht davon abhalten, einen Blick nach Griechenland zu werfen. Um genau zu sein geht es um einen griechischen Zombiefilm, den angeblich ersten Zombiefilm, der je in Griechenland gedreht wurde, und wenn dabei so etwas herauskommt, muss man sagen, dass es Schlimmeres gibt als einen griechischen Zombiefilm.

Zum Beispiel zwei griechische Zombiefilme.

Okay, das war jetzt ein wenig unfair, denn so schlecht ist To Kako (internationaler Verleihtitel Evil) nun wieder auch nicht. Kurz zum Inhalt: Ein paar Bauarbeiter stoßen in Athen bei der Arbeit auf eine Höhle. Natürlich gehen sie rein, natürlich werden sie von bösen Geistern besessen, natürlich verwandeln sie sich kurz darauf in Zombies und ebenso natürlich stecken sie im Verlauf der Nacht halb Athen an. Eine zusammengewürfelte Gruppe von Nicht-Zombies, darunter die 14-jährige Tochter eines der Arbeiter und ein Taxifahrer mit Fußfetisch  (nein, das habe ich nicht gerade erfunden) versuchen, den Untoten zu entkommen und aus Athen zu fliehen. Alles läuft so ab, wie man es erwartet, wobei es die Puristen unter den Zombiefans ein wenig stören wird, dass die Zombies schneller laufen als Romero-Zombies, wenn auch nicht so schnell wie Lebende.

Regisseur Yorgos Noussias beschreibt sein Erstlingswerk als Horrorkomödie, was okay wäre, gäbe es da nicht zwei kleine Probleme:

a) der Film ist nicht lustig

b) der Film ist nicht spannend

Dass er schlecht gespielt und geschrieben ist und von einem Soundtrack begleitet wird, der klingt, als habe jemand fünfzig Crack-rauchende Katzen in einem Konzertgraben losgelassen, kommt noch hinzu.

Trotzdem ist der Film gar nicht so schlecht. Das Make-up ist wirklich gut, es gibt ein paar Kopfschüsse (für die Nichteingeweihten: ein Zombiefilm ohne Kopfschüsse ist wie ein Fußballspiel ohne Tore), und er dauert auch nicht so lange, dass man anfängt, die Knubbel an der Raufasertapete zu zählen.

Manchmal muss man eben auch mit den kleinen Dingen des Lebens zufrieden sein.