Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

Und so beginnt es

Ihr habt vielleicht schon die unauffällige Eigenwerbung auf der rechten Seite bemerkt. Die richtet sich an alle, die Bock auf Raumschiffe, Zombies, Internet und … na ja, Buchstaben haben, denn es handelt sich bei Homo Sapiens 404 um eine E-Book-Reihe. Okay, da wäre irgendwas, mit dem man E-Books lesen kann, auch nicht schlecht, außer ihr beherrscht die Fähigkeit, Datei-Inhalte durch pures Anstarren auszulesen. In dem Fall bewerbt ihr euch wohl besser bei der NSA als hier herumzuhängen.

Aber ich komme vom Thema ab. Das Thema ist: Wie kriege ich euch dazu, dieses wunderbare Werk, das erste in einer Reihe von bestimmt ebenso wunderbaren Werken, zu erwerben?

Ich könnte jetzt natürlich das Wort wunderbar noch zwanzig Mal spammen oder lügen (“In jedem zehnten Download befindet sich der Schlüssel zu einem geheimen Bankkonto, das euch sofort zu Millionären macht. Alternativ gibt es ein kostenloses iPad - so lange der Vorrat reicht.”), aber das eine wäre langweilig und das andere würde wahrscheinlich irgendwann auffliegen.

Probieren wir es also mal mit Ehrlichkeit. In den nächsten Wochen werde ich hier kurze, möglichst spoilerfreie Auszüge aus den Romanen veröffentlichen oder kleine Texte, die euch zeigen, wie die Welt von Homo Sapiens 404 so drauf ist.

Los geht’s:

Vor ihnen erstreckte sich ein Trümmerfeld. Aufgerissenes Metall und verschmortes, geschwärztes Plastik trudelten durch das All. Kipling sah abgesprengte Flügel und Schiffswracks, die ihre Kabel wie Gedärme hinter sich herzogen. Leichen trieben an ihnen vorbei, Arme und Beine bewegten sich, als würden sie schwimmen. Am Rande des Monitors explodierte etwas lautlos. Die Stichflamme brach so schnell in sich zusammen, wie sie entstanden war. Die alte Schwarzweißkamera justierte ständig nach, so als wisse sie nicht, welchen Teil des Feldes sie scharf stellen solle. Doch dann richtete sie sich neu aus, und ein gewaltiges, bläulich schimmerndes Objekt füllte auf einmal den Monitor aus. Wie ein Wal in einem Meer aus toten Möwen glitt es durch die Dunkelheit.