Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

Wasting Away

Habt ihr euch schon mal gefragt, was in einem Zombie vorgeht, während er auf der Suche nach Gehirnen durch die Straßen stolpert? Ich dachte immer, in denen ginge ungefähr so viel vor wie in meinem Kopf während des Matheunterrichts, aber die Zombiekomödie Wasting Away belehrt uns eines Besseren. Auch Zombies haben Gefühle.

In Wasting Away geht es um vier Freunde, die sich nach einem kulinarischen Experiment in Zombies verwandeln. Klingt nicht gerade neu, aber der Gag des Films ist die Erzählweise. Die Vier wissen nämlich nicht, dass sie Zombies sind, sondern glauben - angestachelt von einem Soldaten, den sie zufällig treffen - dass ganz Los Angeles infiziert wurde und sie durch ein Experiment zu Supersoldaten geworden sind. Ihre Realität, in der sie (weitgehend) normal aussehen, wird in Farbe dargestellt, die Realität, die alle anderen sehen und in der sie Zombies sind, in Schwarzweiß.

Die Idee ist so geil, dass sie den Film über die gesamte Länge trägt und dabei die Schwächen der Story ganz gut vertuscht. Es gibt ein paar tolle Einzeiler - “We don’t party with the infected.” - einige äußerst skurrile Situationen und Verbeugungen vor den Klassikern des Zombiegenres. Perfekt ist Wasting Away nicht, doch neunzig Minuten Spaß bietet er in jedem Fall. Empfehlenswert.