Claudia Kern

Wenn im Gehirn kein Platz mehr ist, kommen die Worte ins Internet

Zombieland

Zombieland war einer der Filme, auf die ich mich in diesem Herbst gefreut habe. Zombies + Woody Harrelson + Humor + Gewalt, da kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Das sollte man zumindest meinen, aber leider beweist der Film, dass tolle Zutaten allein nicht reichen. Jemand muss sie auch zusammenmischen, kleinschneiden, hacken, in den Ofen schieben… geht euch die Metapher schon auf den Geist? Mir schon, deshalb fahren wir jenseits der Startseite ganz ohne Nahrungsmittelbilder fort.

Fast alle Szenen des Trailers stammen aus den ersten zwanzig und den letzten zehn Minuten des Films, aus gutem Grund, denn dazwischen passiert nicht viel.

Woody Harrelson ist toll als prolliger Zombiekiller mit Südstaatenakzent, und auch die anderen Darsteller, allen voran Jesse Eisenberg als Columbus, wissen, was sie tun (der Gastauftritt eines bekannten Schauspielers soll hier nicht verraten werden). Trotzdem plätschert Zombieland nach einem geilen Auftakt über weite Strecken nur so vor sich hin. Das fällt besonders in den Momenten auf, in denen der Film ernst wird und versucht, seinen Figuren mehr Tiefe zu geben. Warum versucht er das? Keine Ahnung. Vielleicht wollte Regisseur Ruben Fleischer zeigen, dass er mehr drauf hat, als Zombies von Klavieren zerquetschen zu lassen. Hat er nur leider nicht, zumindest nicht in diesem Film.

Wäre er bei dem geblieben, was der Trailer zeigt, wäre aus Zombieland eine tolle Komödie geworden, die man sich gut im Doppelpack mit Shaun of the Dead hätte ansehen können. So ist leider nur ein mittelmäßiger Film dabei herausgekommen, keine verschwendete Lebenszeit, aber auch nichts, das man noch tagelang zitiert. Schade.